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Simplon-Tunnel: Vermessung |
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Die Vermessungsarbeiten wurden von Prof. Dr. Max Rosenmund durchgeführt.
Die Arbeiten sind von ihm ausführlich beschrieben in:
Der Bau des Simplontunnels Im Folgenden wird die Vorgehensweise anhand von Auszügen aus dem Manuskript erläutert.
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Quelle: [507]
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Das vollständige Manuskript als Faksimile befindet sich bei den Online-Medien zum Downloaden: [507] Rosenmund erlangte mit dieser Arbeit eine große Berühmtheit. Kurze Zeit nach dem Durchstich wurden ihm beispielsweise zwei Ehrendoktorwürden verliehen. |
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Beginn der Bauarbeiten
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| Die Position der beiden Richtstollen-Portale wurde durch die Bauleitung bestimmt und entsprechend gekennzeichnet bzw. in Bauplänen vermerkt. |
Quelle: [507]
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Die horizontale Lage der Portale wurde am Fels mit einem Kreuz und der Beschriftung TF gekennzeichnet. TF ist die Abkürzung für "Tête Favre" und sollte wohl eine Erinnerung an den Erbauer der Gotthardtunnels sein. |
![]() Quelle: [507]
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Die Höhe, bzw. vertikale Position der Portale wurde durch die entsprechenden Bauzeichnungen festgelegt. Hier sind die Verhältnisse für den südlichen Richtstolleneingang gezeigt. | |
| Provisorische
Richtungsbestimmung durch ein bestehendes Triangulationsnetz von 1876 |
![]() Quelle: [507] |
Der Beginn der Bauzeit fiel in eine kalte Jahreszeit, sodass die zur Vermessung notwendige Besteigung der Berggipfel nicht möglich war. Rosenmund verwendete daher eine bestehende Triangulation, um für die ersten Vortriebsarbeiten grob die Richtung zu bestimmen. |
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Die Winkelmessungen der Triangulation
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| Die zu vermessenden Fixpunkte (= Signale) mussten zumindest die Dauer der Tunnelarbeiten sicher und stabil überstehen und wurden entsprechend aufwändig gemauert. Auf die Pfeiler wurde eine spitze Blechhaube mit Haltestange gesetzt, um das Signal aus der Entfernung mittig mit dem Theodoliten anpeilen zu können. Zusätzlich diente die Haube als Witterungsschutz. Sollte von dem Signal aus gemessen werden, wurden die Blechhaube und die Haltestange entfernt und der Theodolit zentrisch auf dem Pfeiler positioniert. |
Quelle: [507]
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Das Aufstellen der Pfeiler war insbesondere im Hochgebirge sehr mühsam. Viele Träger mussten das schwere Baumaterial (Ziegel, Steine, Zement, etc.) auf die Gipfel tragen. Zusätzlich wurde Wasser für den Zement benötigt. Dazu wurde Schnee und Eis mit ebenfalls heraufgeschafftem Holz geschmolzen. Manchmal reichte auch die Sonnenstrahlung zum Schmelzen ausreichender Mengen aus. |
| Das Triangulationsnetz besteht aus neun Fixpunkten und den beiden Achspunkten, die in der Verlängerung der Tunnelachse liegen. Die Fixpunkte liegen überwiegend auf Berggipfeln, der höchste auf dem Monte Leone (3.558 m)! |
Quelle: [507]
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Neben den Fixpunkten des Hauptnetzes wurde die Strecke Wasenhorn - Faulhorn als Basis verwendet. Diese war bereits zuvor in einer Landesvermessung sowohl in Länge als auch Azimut (Winkel gegenüber dem Meridian) bestimmt worden und wurde von Rosenmund übernommen. |
| Sie können das Netz auch in GoogleEarth betrachten mit unserm Overlay [404] |
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Das Triangulationsnetz in einer Schräg- und Aufsicht.
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| Das Signal Hüllehorn (links oben auf dem Grat) mit den Vermessern und Arbeitern. Im Vordergrund steht (mit Zylinder) Rosenmund |
Quelle: [507]
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Rosenmund war nicht nur ein ausgezeichneter Geodät, sondern ebenfalls ein begeisteter Bergsteiger. Dieser Umstand ermöglichte eine Netzanlage, wie sie bei einem weniger ambitionierten Team nicht möglich gewesen wäre. |
| Der Pfeiler auf dem Monte Leone mit Signalhaube |
Quelle: [507]
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Rosenmund im Hintergrund mit zwei Helfern |
| Der gleiche Pfeiler mit Theodolitaufstellung |
Quelle: [507]
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Rosenmund mit Schirm, Theodolit und Melone. (Über Charme
lässt sich nichts sagen aber auf den Bildern wirkt er wohl ganz
sympathisch). Der Schirm diente sicherlich auch als Blendschutz, hatte aber vordringlich die Aufgabe, dass sich der Theodolit nicht zu stark erwärmt und damit ungenauer wird. |
| Mikroskoptheodolit
von Kern & Cie. in Aarau mit Repetitionsvorrichtung und Horizontalkreis von 21 cm Durchmesser, direkt geteilt von 4' zu 4' (sexagesimal). Ein Teil der Mikrometertrommel der Mikroskope entsprach 4". Der Höhenkreis von 16 cm Durchmesser gestattete direkte Nonius-Ablesung von 10". Leider wurde der Theodolit bei einem Unfall auf dem Hüllehorn beschädigt und musste ersetzt werden. |
Quelle: [507]
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Zum Hergang des
Unfalls liest man in [507]:
"Der Theodolit wurde auf den Pfeiler gesetzt, darüber war der Feldschirm ausgespannt und mittelst Schnüren verstrebt. Da fiel plötzlich der Schirm, bei fast windstillem Wetter, infolge einer nicht bemerkten defekten Stelle an demselben, gegen das Instrument und warf letzteres vom Pfeiler. Der Unterbau blieb zum Glück im Schirm hängen, aber Fernrohr und Höhenkreis wurden aus den Klemmdeckeln herausgehoben und über die cirka 50 m hohe östliche Felswand geschleudert. Verkrümmt und zerschlagen wurden die einzelnen Teile am Fusse der Wand zusammengelesen. Es war daher nichts Eiligeres zu thun, als den Gipfel zu verlassen und zu trachten, möglichst, bald ein anderes, ungefähr gleichwertiges Instrument zu erhalten."
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Das Observatorium Nord In der Nähe der beiden Achspunkte wurde jeweils ein Observatorium gebaut. |
Quelle: [507]
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Die Observatorien liegen direkt in der Verlängerung der
Tunnelachse. Somit konnte von dort aufgestellten Absteckungstheodoliten aus
direkt in den Richtstollen hineinvisiert werden. Zusätzlich wurden dort astronomische Beobachtungen durchgeführt, um die Ergebnisse der Triangulation zu verifizieren. |
| Das Observatorium Süd |
Quelle: [507]
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In der Bildmitte befindet sich der Achspunkt Süd und am rechten Bildrand die Holzbrücke, die über den Fluss Diveria zum Richtstollen führt. |
| Der Achspunkt Süd |
Quelle: [507]
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Der Achspunkt Süd mit dem dahinterliegenden Richtstolleneingang vom Observatorium Süd aus gesehen. |
Quelle: [507]
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Blick vom Achspunkt Süd auf das Signal Seehorn. Der Gipfel ist nur knapp zu sehen und zeigt, dass die Netzanlage aufgrund der tiefen Tiefen Täler nicht einfach war. | |
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Die Winkelmessung
Nachdem die Signale fertiggestellt waren, wurden die Winkel zwischen dem einzelnen Signalen gemäß den Dreiecksseiten mit dem Theodoliten gemessen. |
![]() Quelle: [507] |
Die Messvorschrift soll sicherstellen, dass Instrumenten- und Beobachtungsfehler kompensiert bzw. minimiert werden. Zudem hatte das Vorgehen den Vorteil, dass
alle Messungen als gleichwertig angesehen werden konnten, was die Berechnung
vereinfachte. |
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Berechnung der Achsrichtung Nachdem die Winkel gemessen waren, musste in mehreren, aufwändigen Schritten die Richtung der Tunnelachse, jeweils für den Achspunkt Nord und Süd, berechnet werden.
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Schritt 1: Stationsausgleichung Alle von einem Fixpunkt aus gemessene Winkel müssen zusammen 360 Grad ergeben. Wegen der unvermeidlichen zufälligen Beobachtungsfehler ist das in der Praxis jedoch nicht der Fall und muss entsprechend korrigiert werden. |
Quelle: [507]
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Für die Korrektur wird jedem gemessenen Winkel ein Verbesserungswert hinzugefügt. Die Verbesserungswerte sind zunächst unbestimmt und werden nach der "Methode der kleinsten Fehlerquadrate" bestimmt. Diese wurde von C.F. Gauß für die hannoveranische Landesvermessung entwickelt und korrigiert die Winkel so, dass statistisch gesehen die wahrscheinlichsten Winkel bestimmt werden. |
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Schritt 2: Korrektur der Lotstörungen Eine einfache Kontrolle zeigte, dass die Summe der Winkel in manchen Dreiecken deutlich von 180 Grad abwich. Nachdem Wiederholungsmessungen keine Verbesserung brachten, ging Rosenmund von Lotstörungen aus. |
Quelle: [507]
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Lotstörungen entstehen dadurch, dass ein Lot nicht senkrecht
zum Erdmittelpunkt zeigt, sondern von nahen Massen abgelenkt wird. Dies
bewirkt, dass die Horizontalwinkel fehlerhaft gemessen werden. Rosenmund bestimmte aus den sichtbaren Gebirgsprofilen und einer angenommenen Durchschnittsdichte für jeden Fixpunkt die Lotstörungen.
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Quelle: [507]
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Die Lotstörungen zeigten beträchtliche Werte und es wurden alle Horizontalwinkelmessungen mit entsprechenden Korrekturen beaufschlagt, wobei die größte immerhin fünf Bogensekunden betrug. | |
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Schritt 3: Projektion auf eine Ebene Das Netz war so groß, dass die sphärische Gestalt der Erde berücksichtigt werden musste. |
![]() Quelle: [507]
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Rosenmund wollte das Netz gesamthaft betrachten und
projezierte es einfach auf eine Ebene, die den Fixpunkt bei Monte Leone
tangiert. Das hatte zur Folge, dass die Horizontalwinkel abermals korrigiert werden mussten. |
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Schritt 4: Netzausgleichung Es werden alle noch vorhandenen geometrischen Widersprüche durch abschließende Winkelverbesserungen aufgelöst.
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Quelle: [507]
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Es wurde eine Ausgleichung von "vermittelnden
Beobachtungen", ebenfalls nach der Methode der "kleinsten
Fehlerquadrate" durchgeführt.
Dazu musste ein riesiges Gleichungssystem aufgelöst werden, was Rosenmund "outsourcte", siehe [507]: "Die vorstellend aufgestellten
Fehlergleichungen führten nun zu nachfolgenden Normalgleichungen, welche
mittelst einer Rechenmaschine von Arth. Burkhardt von Glashütten i. S.
doppelt gerechnet wurden und den Zeitraum von mehr als acht Tagen
fortgesetzter angestrengter Arbeit in Anspruch nahmen. Ohne die Maschine hätten
die gleichen Rechnungen einem geübten Rechner cirka dreimal mehr Zeit
gekostet."
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Schritt 5: Rückrechnung und Ergebnis Die gefundenen Winkel mussten jetzt nur noch auf die Erdkugel
zurückprojeziert werden. |
Quelle: [507]
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Die Richtung der Tunnelachse wurde jeweils für den Achspunkt
Süd und Nord bestimmt. Die Richtung definiert sich dabei als Winkel zu den
von den Achspunkten sichtbaren Signalen: Seehorn, Alpe Wolf und Genuina
(Südachse). Birgischwald, Rosswald, Oberried (Nordachse). Interessant ist hierbei der Einfluss der Lotstörungen: Wäre dieser nicht berücksichtigt worden, wäre der Durchschlagfehler beim Zusammentreffen der beiden Richtstollen um 26 cm angestiegen. |
| Zur Überprüfung der Ergebnisse wurden diese mit astronomischen Positionsbestimmungen verglichen. |
![]() Quelle: [507]
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Insbesondere bestätigte sich hierbei auch die Annahme der
Lotstörungen als richtig, da sich eine gute Übereinstimmung fand
(astronomische Messungen werden durch Lotstörungen nicht beeinflusst)
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Berechnung der Tunnellänge
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| Nachdem das (Winkel-) Netz vollständig berechnet war, musste jetzt nur noch die Basis Wasenhorn-Faulhorn als absoluter Längenmaßstab einbezogen werden, um die Tunnellänge zu erhalten |
Quelle: [507] |
Die Basis wurde mit einen vom Hauptnetz unabhängigen Anschlussnetz an ersteres angebunden. Dabei waren ähnliche Berechnungen wie im Hauptnetz notwendig, wenn auch bei weitem nicht so umfangreich. |
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Ermittlung der Höhendifferenz
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| Es konnte zunächst auf zwei unabhängige "Präcisionsnivellements der Schweiz" zwischen Domo d'Ossola über den Simplonpass nach Brig aus den Jahren 1870 und 1873 zurückgegriffen werden. |
Quelle: [507]
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Es zeigen sich beträchtliche Differenzen zwischen den
Messungen und Rosenmund bemerkt die nicht ausreichende Genauigkeit für die
Tunnelvermessung.
Die Vermessung erfolgte mittels Nivellierer und Nievellierlatten. |
| Es wurde 1901 ein zusätzliches Kontroll-Nivellement zwischen Iselle und Brig angelegt. |
Quelle: [507] |
Als Ergebnis wird eine Höhendifferenz von 52,439 Metern zwischen den Tunnelportalen Nord und Süd mit ausreichender Genauigkeit festgestellt. |
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Die Absteckung im Baufortschritt
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Am Anfang des Baus konnte direkt von den beiden Observatorien aus in die
Richtstollen bis zur Tunnelbrust visiert werden.
Um nicht immer wieder die Winkelmessungen zu den sichtbaren Signalpunkten wiederholen zu müssen, wurden in der Vertikalebene der Tunnelachse über den Richtstolleneingängen Visiermarken angebracht. |
Quelle: [507]
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Die Visiermarken wurden im Fels eingelassen und nach
sorgfältiger Vermessung fixiert. Sie waren tagsüber und nachts (mittels
eingebrachter Petroleumlampe) gut zu erkennen.
Die Vermessung der Achse erfolgte dann so, dass vom Observatorium aus mittels Absteckungstheodolit zunächst die Marke anvisiert wurde. Dann wurde der Theodolit nach unten in den Richtstollen geschwenkt. Im Richtstollen wurden ähnliche Lichtsignale aufgestellt, die mittels telefonischer Anweisungen vom Observatorium aus so lange verschoben wurden, bis sie im Theodoliten exakt in der Achse erschienen. |
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Einer der Absteckungstheodolite von Kern & Cie |
Quelle: [507]
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Er benötigte keine genaue Messeinrichtung, sondern musste
nur sehr genau horizontiert werden, damit das Fernrohr beim Schwenken exakt
in der Vertikalebene blieb.
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| Acetylen-Lichtsignal auf Stativ |
Quelle: [507]
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Fortlaufende Absteckung im Tunnelinneren.
Aufgrund der Erdkrümmung und der eingeschränkten Sicht konnte nur wenige Kilometer am Stück visiert werden. Es wurde wiederholt visiert. Dazu wurde der zuletzt vom Observatorium eingemessene Punkt mit einer Signallampe gekennzeichnet. Der Theodolit wurde weiter in den Tunnel gebracht und auf diese rückliegende Signallampe justiert. Dann wurde das Fernrohr durchgeschlagen und eine noch weiter im Tunnelinneren befindliche Signallampe wie gehabt einjustiert. Dieser Vorgang wurde entsprechend oft wiederholt.
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Quelle: [700] |
Das Bild Zeigt Rosenmund mit Gehilfen, vermutlich während
einer Hauptabsteckung.
Eine Hauptabsteckung wurde neben den einfacheren Bauabsteckungen in regelmäßigen Abständen durchgeführt. Dabei mussten die Bauarbeiten jeweils für 24 - 32 Stunden eingestellt werden, insbesondere um durch Belüftung eine klare Sicht zu schaffen. Eine Hauptabsteckung umfasste: 1. die Kontrolle der
Längenmessungen
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Der Durchschlag erfolgte am 23.02.1905 um 07:20 Uhr mit einer Abweichung von
nur 20,2 cm (Richtung) und 8,7 cm (Höhe).
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