Triangulation und Basismessung

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Wenn das Gelände entlang der Konturline unzugänglich ist, kann keine einfache oberirdische Absteckung durchgeführt werden. Dann muss zur Bestimmung der Horizontalwinkel eine Triangulation über das Bergmassiv gemacht werden:
Die Ecken des Triangulationsnetzes werden auf Gipfel des umliegenden Gebirges gelegt und dort durch Signale (blaue Kappen) angezeigt. Idealerweise ist ein Signal von möglichst vielen anderen Signalen aus zu sehen. Ebenfalls in das Netz einbezogen werden die beiden Vermessungspunkte (Theodolite) der beiden Tunnelachsen (rot gestrichelte Linien). Nachdem das Netz aufgebaut worden ist, werden an jedem Signal die Winkel zwischen allen  Richtungen (rote Linien) zu den anderen Signalen bestimmt. Man kann sich vorstellen, dass diese Aufgabe recht mühsam ist, da sich die Signal auf den höchsten Gipfeln befinden und dorthin jeweils der Theodolit gebracht werden muss. Nichtsdestotrotz muss selbst unter diesen widrigen Bedingungen exakt gemessen werden.

Man erhält eine Menge von Dreiecken, die die Signale und die Vermessungspunkte in einen eindeutigen Winkelbezug setzen. Über verschiedene Berechnungsverfahren, unter anderem trigonometrische Umformungen, werden dann die Horizontalwinkel berechnet. Diese sind dann als Winkel zwischen der Tunnelachse und den vom jeweiligen Vermessungspunkt aus sichtbaren Signalen festgelegt.

 

Die Triangulation an sich stellt nur einen Winkelbezug zwischen den Punkten her, über Längenbezüge kann sie zunächst nichts aussagen. Um auch diesen zu erhalten, beispielsweise um den Abstand der beiden Achspunkte und damit die Tunnellänge bestimmen zu können, muss in das Triangulationsnetz eine Basis- bzw. Grundlinie einbezogen werden:

 Dazu wird an einer geeigneten Stelle, beispielsweise in einem Gebirgstal, die Länge einer geraden, horizontalen Strecke genau ausgemessen. Dies geschieht mittels Messlatten oder Messdrähten. Typische Längen bewegen sich in der Größenordnung von einigen Kilometern. Die Endpunkte der Strecke werden mit Basis-Signalen markiert und es werden wiederum alle einzelnen Winkel zwischen den von der Basis aus sichtbaren (Netz-)Signalen gemessen. Dadurch ist eine Seite des Triangulationsnetzes auch in der absoluten Länge bestimmt und kann durch weitere trigonometrische Berechnungen auf das gesamte Netz ausgedehnt werden.